Entsorgungspark Adliswil: Effizientere Abläufe dank digitalem System

2      13.04.2026

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Mit dem Neubau seines Entsorgungsparks nutzt die Stadt Adliswil (ZH) die Chance, zentrale Abläufe konsequent zu digitalisieren. Ein automatisiertes Einfahrtsmanagement, Wägung und Bezahlung sollen den Verkehrsfluss verbessern, die Abrechnung transparenter machen und das Personal entlasten. Bei der Konzeption und Umsetzung wurde die Stadt Adliswil von Swiss Recycle, dem Kompetenzzentrum für Recycling und Kreislaufschliessung, begleitet und beraten.

Der Neubau des Entsorgungsparks in Adliswil (ZH) ist mehr als ein Bauprojekt. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, ihre Betriebsprozesse zu modernisieren und weitgehend zu digitalisieren. Ziel ist es, den Verkehrsfluss auf dem Areal zu optimieren, die Abrechnung zu vereinheitlichen und den Betrieb effizienter zu gestalten.

Im Zentrum stehen mehrere digital gesteuerte Prozesse: Einfahrtsmanagement, Warteraummanagement, Parkplatzzuweisung, Wägung, Bezahlung und Ausfahrt. Eine webbasierte Betriebssoftware koordiniert die Abläufe auf dem Gelände und stellt Daten für Auswertungen bereit.

Komplexe Abläufe effizient steuern

«Ein wesentlicher Grund für die Digitalisierung des Entsorgungsparks Adliswil war die Möglichkeit, den Verkehrsfluss auf dem Areal besser zu steuern», erklärt Marc Stuber von der Stadt Adliswil. Ein strukturiertes Einfahrtsmanagement mit Schranken, Ampeln und Parkleitsystem verhindert Rückstau auf umliegenden Strassen und sorgt dafür, dass wartende Fahrzeuge auf dem Areal Platz finden.

Zugleich ermögliche die Digitalisierung «eine transparente und einheitliche Abrechnung der angelieferten Mengen». Während im bisherigen Betrieb Abfallmengen teilweise geschätzt wurden, erfolgt die Bezahlung künftig auf Basis exakter Gewichtsdaten.

«Automatisierte Prozesse vereinfachen interne Abläufe und reduzieren den administrativen Aufwand bei der Abrechnung. Dadurch lassen sich Personaleinsätze effizienter planen», ergänzt Stuber.

Auch aus Sicht des Systemanbieters war entscheidend, die Anforderungen in einem integrierten System zusammenzuführen: «Die Herausforderung bestand darin, Verkehrssteuerung, Wägung und Bezahlung so zu verknüpfen, dass für Besucherinnen und Besucher ein einfacher und zuverlässiger Ablauf entsteht», erklärt David Frey von Hunkeler Systeme.

«Der Erfolg eines solchen Systems zeigt sich daran, dass Prozesse reibungslos funktionieren und verlässliche Daten für Betrieb und Abrechnung liefern», ergänzt Frey.

«Der Erfolg eines solchen Systems zeigt sich daran, dass Prozesse reibungslos funktionieren und verlässliche Daten für Betrieb und Abrechnung liefern.»

– David Frey, Gebietsverkaufsleiter Zentralschweiz, Hunkeler Systeme

Automatisierter Entsorgungsprozess

Für Besucherinnen und Besucher verändert sich der Ablauf deutlich. Bei der Einfahrt erhalten sie ein Ticket, das sie durch den gesamten Entsorgungsprozess begleitet. Das System steuert die Zufahrt und weist freie Plätze zu.

Der Entsorgungsprozess kann weitgehend selbstständig durchlaufen werden, wodurch sich die Aufenthaltsdauer verkürzt. Mitarbeitende können über mobile Geräte eingreifen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Auch für das Personal verändert sich die Arbeit: Aufgaben wie Fahrzeugeinweisung oder Inkasso entfallen weitgehend. Stattdessen können sich die Mitarbeitenden stärker auf Beratung und Unterstützung der Besucherinnen und Besucher konzentrieren.

Bedürfnisse und technische Möglichkeiten zusammenbringen

Bei der Konzeption und Umsetzung wurde die Stadt Adliswil von Swiss Recycle, dem Kompetenzzentrum für Recycling und Kreislaufschliessung, begleitet. Fachberater Ueli Maass bot Unterstützung bei der Definition der Anforderungen, beim Pflichtenheft sowie bei der Ausschreibung für die technische Umsetzung.

Swiss Recycle übernahm zudem eine Schnittstellenfunktion zwischen der Stadt und dem Systemanbieter Hunkeler Systeme. «Bei solchen Projekten handelt es sich um einen gemischten Auftrag mit Komponenten aus Lieferung, Bau und IT. Daher ist das Zusammenführen der Bedürfnisse und der technischen Möglichkeiten des Marktes zentral», so Maass.

«Eine wichtige Erfahrung ist, dass es bei Digitalisierungsprojekten sehr hilfreich ist, mit einem erfahrenen Partner wie Swiss Recycle zusammenzuarbeiten. Er kann einen bei Planung, Ausschreibung sowie bei der Vergabe unterstützen», zieht Stuber ein Fazit.

«Eine wichtige Erfahrung ist, dass es bei Digitalisierungsprojekten sehr hilfreich ist, mit einem erfahrenen Partner wie Swiss Recycle zusammenzuarbeiten. Er kann einen bei Planung, Ausschreibung sowie bei der Vergabe unterstützen

– Marc Stuber, Abteilungsleiter Werkdienste, Stadt Adliswil

Blick nach vorne

Der Baustart für den neuen Entsorgungspark erfolgte im Januar 2026. Eine Herausforderung ist der schwierige Baugrund, der die Tiefbauarbeiten anspruchsvoller macht. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 vorgesehen.

Langfristig soll der digitalisierte Entsorgungspark effizienter und nachhaltiger betrieben werden. Das Dach des Gebäudes wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.

Mit dem Projekt schafft Adliswil eine moderne Infrastruktur für die kommunale Entsorgung – und ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung Abläufe vereinfachen und Ressourcen effizienter einsetzen kann.

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