Kreislauffähiger Druck: Wie die Vögeli AG Druckprodukte neu denkt

0      31.03.2026

Partner Portrait   ––   Kreislaufwirtschaft

Die Vögeli AG zeigt, dass Druckprodukte Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sein können. Statt Abfall zu erzeugen, entwickelt das Unternehmen konsequent nach dem Cradle to Cradle®-Prinzip: Broschüren, Mailings, Verpackungen und sogar Spiele werden so gestaltet, dass sie in biologische oder technische Kreisläufe zurückgeführt werden können. Mit der Entwicklung eigener Druckfarben geht Vögeli noch einen Schritt weiter um die Zirkularität sicherzustellen. Im Interview gibt die Vögeli AG Einblick in ihr Geschäftsmodell, ihre Motivation und die Herausforderungen auf dem Weg zu einer kreislauffähigen Druckindustrie.

Erzählen Sie uns etwas über den Hintergrund der Vögeli AG und Ihren Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Die Vögeli AG ist ein Schweizer Druckunternehmen mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Produktion. Früh haben wir begonnen uns so nachhaltig wie möglich aufzustellen. Zuerst haben wir sehr viel ins Thema Energieeffizienz und erneuerbare Energien investiert. Als wir hier maximal optimiert hatten, wollten wir unbedingt unsere Produkte ökologischer gestalten, damit. Wir haben erkannt, dass trotz gut etabliertem Recyclingsystem aufgrund schädlicher Inhatsstoffe viele Ressourcen verloren gehen und Abfall generiert wird. Genau hier setzen wir an.

Wir entwickeln und produzieren Druckprodukte nach dem Cradle to Cradle®-Prinzip. Das bedeutet: Materialien werden so ausgewählt und eingesetzt, dass sie so gut und rein sind, dass sie sowohl biologisch abbaubar sind wie auch in technischen Kreisläufen wiederverwendet werden können. Unsere Produkte – von Broschüren und Flyern über Briefschaften und Mailings bis hin zu Verpackungen und Spielen – sind so konzipiert, dass sie keinen Abfall mehr darstellen, sondern Nährstoffe für neue Produkte sind.

Ein wichtiger Meilenstein war die Entwicklung unserer eigenen Rezeptur für Druckfarben. Damit stellen wir sicher, dass auch dieser zentrale Bestandteil des Druckprozesses den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft entspricht.

Also ein inhärentes zirkuläres Geschäftsmodell. Umreissen Sie kurz den Business Case.
Unser Geschäftsmodell basiert darauf, nachhaltige Drucklösungen anzubieten, die ökologische Verantwortung mit hoher Qualität verbinden.

Wir beraten unsere Kundinnen und Kunden bereits in der Konzeptionsphase, damit Produkte von Anfang an kreislauffähig gestaltet werden. Dabei geht es viel um Materialien, aber auch um Design und Funktionalität.

Der Mehrwert liegt darin, dass Unternehmen ihre Kommunikationsmittel und Verpackungen so einsetzen können, dass sie aktiv zur Kreislaufwirtschaft beitragen – ohne auf Ästhetik oder Wirkung zu verzichten. Nachhaltigkeit wird damit vom Kostenfaktor zum echten Differenzierungsmerkmal.

Beispiele Druckmaterialien
Beispiele Verpackungen
Neue Halle der Vögeli AG in Langnau im Emmental

Welche Vorteile sehen Sie in der Kreislaufwirtschaft?
Die Kreislaufwirtschaft bietet die Chance, Ressourcen langfristig zu erhalten und Abfall konsequent zu vermeiden. Gerade in einer ressourcenintensiven Branche wie dem Druck ist das ein entscheidender Hebel.

Ein zentraler Vorteil ist, dass Umweltbelastungen bereits im Designprozess reduziert werden können. Materialien werden nicht mehr als Verbrauchsgüter gedacht, sondern als wertvolle Rohstoffe, die im Umlauf bleiben.

Zudem beobachten wir, dass das Thema für Unternehmen immer wichtiger wird – sowohl aus regulatorischer Sicht als auch im Hinblick auf Markenpositionierung und Glaubwürdigkeit. Kreislauffähige Produkte ermöglichen es unseren Kundinnen und Kunden, ihre Nachhaltigkeitsstrategie sichtbar und konkret umzusetzen.

Schlussendlich geht es darum, welches Erbe wir den nächsten Generationen hinterlassen. Die Kreislaufwirtschaft ist ein Konzept, welches sicherstellt, dass die Ressourcen auch für nächsten Generationen zur Verfügung stehen.

Welchen Herausforderungen begegnen Sie?
Eine der grössten Herausforderungen liegt darin, bestehende Denkmuster zu verändern. Viele Prozesse und Materialien sind historisch gewachsen und auf lineare Systeme ausgelegt.

Kreislauffähige Lösungen erfordern oft ein Umdenken – sowohl bei der Gestaltung als auch bei der Materialwahl. Das bedeutet zusätzliche Beratung und Aufklärung.

Auch die Verfügbarkeit geeigneter Materialien und die Abstimmung entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind anspruchsvoll. Deshalb investieren wir kontinuierlich in Entwicklung, Partnerschaften und Innovation – wie beispielsweise bei unseren eigenen Druckfarben.

Welche Vorteile erhoffen Sie sich durch die Partnerschaft bei Swiss Recycle?
Die Partnerschaft mit Swiss Recycle ist für uns sehr wertvoll, weil sie den Austausch und die Vernetzung im Bereich Kreislaufwirtschaft fördert.

Wir sehen darin eine grosse Chance, das Thema weiter voranzubringen und gemeinsam mit anderen Akteuren Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig hilft uns die Plattform, Unternehmen zu erreichen und zu sensibilisieren, die ihre Produkte und Prozesse nachhaltiger gestalten möchten.

Unser Ziel ist es, zu zeigen: Auch Druckprodukte können Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sein – und wir laden Unternehmen ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen.

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