Textilrecycling in der Schweiz: Rahmenbedingungen sind entscheidend

0      17.07.2026

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Die Textilbranche steht vor einem grundlegenden Wandel: Um Textilien künftig stärker im Kreislauf zu führen, braucht es sowohl innovative Branchenlösungen als auch die passenden politischen Rahmenbedingungen. Mit ihrer Roadmap 2035 zeigt die Branchenorganisation Fabric Loop den Weg zu einer schweizweiten Kreislauflösung für Textilien auf. Gleichzeitig soll eine parlamentarische Motion die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, damit eine solche Branchenlösung langfristig erfolgreich umgesetzt werden kann.

In der Schweiz entstehen derzeit verschiedene Ansätze, um die textile Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln. Einer ist die Branchenorganisation Fabric Loop, welche den Aufbau einer schweizweiten Lösung für Sammlung, Sortierung sowie Wiederverwendung, Reparatur und hochwertiges Recycling von Textilien vorantreibt.

Roadmap 2035: Der Fahrplan für die textile Kreislaufwirtschaft
Mit der Roadmap 2035 hat Fabric Loop konkrete Ziele und Meilensteine für den Aufbau einer schweizweiten Kreislaufwirtschaft für Textilien definiert. Im Zentrum stehen der Ausbau der Sortierung in der Schweiz, die Förderung von Wiederverwendung und hochwertigem Faser-zu-Faser-Recycling, mehr Transparenz über Stoff- und Finanzflüsse sowie das Ziel, Deponierungen von Textilien konsequent zu vermeiden.

Bild: Fabric Loop

Ergänzt werden diese Ziele durch eine jährliche Berichterstattung, welche die Fortschritte der Branchenlösung nachvollziehbar macht. Die Roadmap dient damit als strategischer Fahrplan für den schrittweisen Aufbau eines funktionierenden Kreislaufwirtschaftssystems für Textilien bis 2035.

Politische Weichenstellung für die Kreislaufwirtschaft
Damit Branchenlösungen ihre Wirkung entfalten können, braucht es jedoch geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen.

Mit der von Nationalrätin Regine Sauter eingereichten Motion soll der Bundesrat beauftragt werden, die Grundlagen für eine Branchenlösung im Textilrecycling zu schaffen – analog zu erfolgreichen Systemen in anderen Bereichen wie beispielsweise etwa der Branchenlösung von PET-Recycling Schweiz, einem Mitglied von Swiss Recycle, für das Recycling von PET-Getränkeflaschen.

Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Finanzierung ermöglichen und alle Inverkehrbringer – einschliesslich internationaler Onlinehändler – gleichermassen in die Verantwortung nehmen. Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion; die Beratung im Nationalrat steht bevor. 

Sowohl im Textil- als auch Elektrobereich ist dies von grosser Bedeutung. Denn funktionierende Kreislaufsysteme entstehen nur dann, wenn alle Marktteilnehmenden vergleichbare Voraussetzungen und Verantwortlichkeiten haben.

Branchenlösungen brauchen Zusammenarbeit
Swiss Recycle begrüsst die Initiative von Fabric Loop sowie weitere Bestrebungen, die Kreislaufwirtschaft im Textilbereich in der Schweiz voranzubringen.

Die Erfahrungen aus anderen Stoffströmen zeigen, dass erfolgreiche Recyclingsysteme auf einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten beruhen – von Herstellern und Handel über Sammel- und Verwertungsunternehmen bis hin zu Behörden und Konsument:innen.

Als Kompetenzzentrum und Dachorganisation der Schweizer Recyclingsysteme setzt sich Swiss Recycle seit vielen Jahren dafür ein, diesen Austausch zu fördern und Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzubringen. So können Erfahrungen aus bestehenden Systemen genutzt, Synergien geschaffen und neue Branchenlösungen wirkungsvoll entwickelt werden.

Die Entstehung des nationalen Plastik-Sammelsystems RecyPac hat gezeigt, wie wichtig ein neutraler Austausch und die Vernetzung unterschiedlicher Anspruchsgruppen auf dem Weg zu einer schweizweiten Branchenorganisation sind. Solche Erfahrungen können auch für neue Kreislauflösungen wertvolle Orientierung bieten.

Im ersten Quartal 2027 führt Swiss Recycle einen Workshop zum Thema Textilien für Gemeinden durch. Ziel des Workshops ist es, über den aktuellen Stand des Textilsystems in der Schweiz zu informieren, bestehende Strukturen, Entwicklungen und Herausforderungen für Gemeinden aufzuzeigen sowie den Erfahrungsaustausch zu fördern.

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