Was erfolgreiche Recyclingsysteme auszeichnet

0      23.06.2026

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Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) setzt ambitionierte Ziele für Sammlung, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Vor diesem Hintergrund hat die europäische Organisation für Verpackungen EUROPEN eine umfassende Analyse der Verpackungs-EPR-Systeme (Extended Producer Responsibility) in allen 27 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht. Die Studie untersucht, welche Faktoren erfolgreiche Systeme auszeichnen und welche Herausforderungen weiterhin bestehen.

Ausgestaltung der Gebühren entscheidender als Höhe

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Hohe Recyclingquoten sind nicht primär eine Frage der Höhe der vorgezogenen Recyclingbeiträgen oder -gebühren. Erfolgreiche Systeme zeichnen sich vielmehr durch gezielte Anreize aus. Insbesondere differenzierte Gebührenmodelle, welche die Recyclingfähigkeit oder den Einsatz von Rezyklaten berücksichtigen, stehen laut Studie in engem Zusammenhang mit einer besseren Recyclingleistung.

Für die Weiterentwicklung von Sammel- und Recyclingsystemen bedeutet dies, dass die Wirkung der eingesetzten Mittel wichtiger ist als deren absolute Höhe.

Transparenz schafft Wirkung

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die Bedeutung von Daten und Transparenz. Länder mit detaillierten und öffentlich zugänglichen Informationen zu Stoffströmen, Sammel- und Recyclingleistungen erzielen im Durchschnitt höhere Recyclingquoten.

Transparente Daten helfen dabei, Schwachstellen im System zu erkennen, Fortschritte messbar zu machen und Investitionen gezielt dort einzusetzen, wo sie die grösste Wirkung entfalten.

Gute Governance ist wichtiger als das Systemmodell

Die Studie vergleicht Länder mit unterschiedlichen Organisationsformen – von monopolartigen Systemen über mehrere konkurrierende Produzentenverantwortungsorganisationen bis hin zu staatlich organisierten Modellen.

Das Ergebnis: Entscheidend ist nicht die konkrete Struktur, sondern die Qualität der Steuerung. Klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Prozesse und verlässliche Datengrundlagen sind laut Studie die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Infrastruktur bleibt zentral

Trotz Fortschritten zeigt die Analyse auch, dass zahlreiche Materialströme weiterhin Herausforderungen darstellen. Besonders bei flexiblen Kunststoffen und Verbundmaterialien fehlen vielerorts noch die notwendigen Sammel-, Sortier- und Recyclingkapazitäten.

Die Studie macht deutlich, dass ambitionierte Recyclingziele nur erreicht werden können, wenn neben regulatorischen Vorgaben auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.

Relevanz für die Schweiz

Auch wenn die Studie die EU-Mitgliedstaaten untersucht, sind viele Erkenntnisse für die Schweiz relevant. Themen wie Transparenz, Wirkungsmessung, Datenqualität und Anforderungen an Systeme gewinnen auch hierzulande an Bedeutung.

Swiss Recycle engagiert sich seit Jahren für eine transparente Darstellung von Stoffströmen und Recyclingwirkungen. Die Wirkung der Recyclingsysteme weisen wir zweijährlich mit unserem Leistungsbericht aus (siehe hier).

Gleichzeitig greift der von Swiss Recycle entwickelte Standard für Recyclingsysteme zentrale Erfolgsfaktoren auf, die auch in der Studie hervorgehoben werden: Transparenz, klare Governance, hochwertige Verwertung sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Systeme. Der Standard schafft damit eine gemeinsame Grundlage für Qualität und Glaubwürdigkeit im Schweizer Recycling.

Fazit

Die Studie zeigt: Erfolgreiche Recyclingsysteme basieren auf transparenten Daten, klaren Verantwortlichkeiten und wirkungsvollen Anreizmechanismen. Die Höhe der Gebühren oder Beiträge allein erklärt den Erfolg nicht. Entscheidend ist vielmehr, wie die verfügbaren Mittel eingesetzt werden, um Sammlung, Sortierung und Recycling kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass verlässliche Daten und eine systematische Erfolgskontrolle wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sind.

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