
Kreisläufe intelligent schliessen
0 14.10.2026
Magazin 2026 –– Fachbeiträge –– Kreislaufwirtschaft –– Recycling –– Firmen –– Gemeinden & Sammelstellen

Recyclingwissen rund um die Uhr
Nicht nur im Privaten, sondern auch bei der Recyclingkommunikation eröffnet künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten. Bei Swiss Recycle nimmt die Zahl der Anfragen von Bevölkerung, Gemeinden, Unternehmen und weiteren Stakeholdern kontinuierlich zu. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach einer zentralen, jederzeit verfügbaren Wissensplattform. Der Chatbot «Cycly» kann Standardanfragen rund um die Uhr beantworten, E-Mail- und Telefonanfragen reduzieren und den Kundendienst spürbar entlasten. Zudem sorgt er für eine einheitliche Kommunikation und liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Fragen besonders häufig gestellt werden und wo Wissenslücken bestehen.

Recycling für alle zugänglich machen
Eine moderne Sammelstelle sollte für sämtliche Nutzer:innen einfach zugänglich sein. Hindernisfreie Wege, gut erreichbare Einwurföffnungen, kontrastreiche Beschilderungen und intuitive Orientierungssysteme erleichtern die Nutzung für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Gute Planung erhöht nicht nur die Barrierefreiheit, sondern verbessert gleich- zeitig den Komfort und die Qualität der Sammlung für alle. Welche baulichen Massnahmen konkret dazu nötig sind und wie sich Einwurfstellen inklusiv planen lassen, zeigt Ueli Maass, Leiter Fachberatung Swiss Recycle, gemeinsam mit Expert:innen im Webinar «Hindernisfreies Recycling – So gelingt Inklusion auf Sammelstellen» am 26. November 2026.

Intelligente Sortierung als Schlüssel
Je besser Wertstoffe sortiert werden, desto hochwertiger können sie recycelt und wieder zu neuen Produkten verarbeitet werden. In modernen Sortieranlagen übernehmen heute sensorbasierte Systeme diese Aufgabe: Kameras und Bildverarbeitung erkennen beispielsweise Farben, Formen und Aufdrucke, während Spektroskopie-Technologien wie Nahinfrarot-(NIR)-Sensoren anhand charakteristischer Reflexionsspektren die Materialzusammensetzung bestimmen.
Dadurch lassen sich Kunststoffe in den meisten Fällen zuverlässig nach ihrer Art (z.B. PE, PP oder PET) unterscheiden, selbst wenn die Verpackungen leicht verschmutzt oder auf den ersten Blick kaum voneinander zu unterscheiden sind. Das Ergebnis ist eine präzisere Sortierung und damit eine höhere Qualität der recycelten Materialien.

Informationen über gesamten Lebenszyklus
Ein vielversprechender Ansatz für die Zukunft ist beispielsweise der digitale Product Pass-port (DPP). Der digitale Datensatz bündelt wichtige Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Er enthält unter anderem Angaben zu den verwendeten Materialien, der Herkunft, enthaltenen Schadstoffen, Reparatur- und Recyclingmöglichkeiten sowie zur fachgerechten Entsorgung.
Auf die Informationen des Produkt Passes kann beispielsweise über einen QR-Code oder einen RFID-Tag zugegriffen werden. Ziel des DPP ist es, Produkte transparenter zu machen, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und unter anderem Reparatur, Wiederverwendung und Recycling zu erleichtern. Sortieranlagen und Recyclingunternehmen können so Materialien besser identifizieren und gezielter trennen, wodurch hochwertige Sekundärrohstoffe zurückgewonnen werden können.
Der DPP ist Teil der europäischen Ökodesign-Verordnung (ESPR) und soll in der EU ab 2027 schrittweise für verschiedene Produktgruppen eingeführt werden. Der erste verbindliche Anwendungsfall des DPP ist der Batteriepass gemäss EU-Batterieverordnung. Dieser wird zeigen, welche neuen Möglichkeiten er für die Kreislaufwirtschaft und das Recycling mit sich bringt.
Die Zukunft des Recyclings im Blick
Von KI über Kreislaufwirtschaft bis zu innovativen Sammellösungen: Die Webinare von Swiss Recycle vermitteln aktuelles Fachwissen und zeigen, wie neue Entwicklungen in der Praxis umgesetzt werden können.
