Dämmstoffe, Bauschotter oder Wasserfilter – auch wenn in der Schweiz aus Altglas keine neuen Flaschen mehr hergestellt werden, bleibt das Material ein wichtiger Sekundärrohstoff. Unternehmen wie Isover, Misapor und Dryden Aqua zeigen, wie Glasabfälle lokal verwertet werden und mit Innovationen zur Stärkung des Produktionsstandorts Schweiz beitragen. Gleichzeitig entwickelt Vetropack neue Technologien für leichtere und langlebigere Mehrwegflaschen.
Lokale Kreisläufe und energieeffiziente Produktion
Isover verarbeitet seit 1937 Glas zu Dämmstoffen und ersetzt seit 1993 den ursprünglich verwendeten Sand vollständig durch Recyclingglas. Das Altglas stammt möglichst aus der Region und wird hauptsächlich über spezialisierte Glassortierer bereitgestellt. Da nicht immer genügend hochwertiges Material verfügbar ist, müssen Importe erfolgen. Glaswolle ist besonders langlebig und behält ihre Eigenschaften über Jahrzehnte. Ein Kreislaufsystem für Dämmstoffe besteht bereits heute. Herausforderungen bleiben die sortenreine Erfassung sowie Rückbau, Logistik und Aufbereitung. Im Werk setzt Isover auf Strom aus Wasserkraft und einen ressourcenschonenden Produktionsprozess. Die für die Herstellung geringe benötigte Wassermenge zirkuliert nahezu vollständig in einem geschlossenen Kreislauf. Gleichzeitig wurde die Dämmleistung verbessert, ohne mehr Material einzusetzen – ein Beitrag zur langfristigen Sicherung des Produktionsstandorts Schweiz.
Altglas als Baustoff
Misapor produziert aus Altglas Schaumglasschotter für den Hoch-, Infrastruktur- und Gartenbau. Das Material besteht fast vollständig aus Sekundärrohstoffen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Senkung des Energieverbrauchs: Wärmerückgewinnung, besser isolierte Ofenanlagen und eine optimierte Rezeptur reduzieren den Energiebedarf künftig um rund 23 Prozent. Zudem soll durch die Nutzung von Abwärme der Gasverbrauch für die Trocknung der Glasscherben entfallen.
Auch kurze Transportwege sind entscheidend. Rund 30 Prozent des CO2-Fussabdrucks des Unternehmens entstehen in der Logistik. Deshalb wird Altglas möglichst regional beschafft. Gleichzeitig profitieren Gemeinden von stabilen Absatzmöglichkeiten für ihre gesammelten Glasscherben.




