Nachhaltige Innovation durch Upcycling – Von Zuckerrüben-Erde zur umweltfreundlichen Blumenerde

10      01.04.2025

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RICOTER wurde vor über 40 Jahren gegründet um die Erde, welche an den Zuckerrüben der Zuckerfabriken haftet, wiederzuverwenden. Dem Grundsatz, Nebenstoffe zu veredeln und als wertvolle Rohstoffe für Blumenerden zu nutzen, ist RICOTER seitdem treu geblieben - Upcycling liegt RICOTER also in der DNS.

Seit 2014 verzichtet RICOTER im Wiederverkaufssortiment auf Torf und seit 2022 auf Kokos. Torf wird durch Abbau von wertvollen Moorlandschaften gewonnen. Dies setzt viel CO2 frei und zerstört den Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere. Kokos ist bei den meisten Herstellern der Hauptersatzstoff von Torf und stammt hauptsächlich aus Indien oder Sri Lanka. Dessen Reinigung benötigt wertvolles Süsswasser und die Transportwege sind entsprechend weit.

RICOTER ersetzt beide Rohstoffe durch wertvolle «Abfallprodukte» der Land- und Forstwirtschaft, welche möglichst aus der Region stammen. Gartenkompost wird von regionalen Kompostwerken zugekauft, welche aus Grüngut einen wertvollen Rohstoff herstellen. Zudem stellt RICOTER aus Rinde der Sägewerke hochwertigen Rindenkompost her. Dieser Prozess ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig, dauert es doch ca. 8 Monate bis RICOTER die Qualität des Rindenkomposts sicherstellen kann. Die Aufbereitung und Veredelung der Zuckerrüben - Erde dauert gar bis zu einem Jahr. Wesentlich schneller geht die Herstellung von wertvollen Holzfasern, einem wichtigen Torfersatzprodukt, aus Hackschnitzeln welche ebenfalls aus regionalen Sägewerken stammen. Dennoch musste RICOTER schon vor Jahrzehnten lernen: Wertvolle Rohstoffe selbst herzustellen benötigt viel Zeit und Aufwand. Doch es lohnt sich: Die Qualität des Endproduktes steigt und auch die Natur dankt es.

Mit den Produktionswerken in Aarberg BE und Frauenfeld TG, können die Lieferwege zum Kunden kurzgehalten werden. Dies betrifft natürlich nicht nur die Lieferung an Kunden, sondern auch die Lieferung der Rohstoffe in die Werke.

RICOTER produziert so viel Energie wie möglich selbst. So sind auf den Dächern im Werk Aarberg PV Anlagen mit 600 kWp und in Frauenfeld 300 kWp verbaut. Dies genügt bereits, um einen guten Teil des Bedarfes selbst zu decken, dennoch sind zusätzliche Anlagen geplant. Es stellt sich oft die Frage wie man diese Erde möglichst umweltschonend verpackt. Auf Grund der Feuchtigkeit und des Gewichtes bleibt bisher nur Kunststoff als Verpackungsmaterial. Da bisher kein Material gefunden wurde, welches dieser Belastung langfristig standhalten konnte und kommerziell verarbeitet werden kann.

Aus diesem Grund setzt RICOTER auf Folie, welche zu mindestens 80% aus PCR-Folie besteht. Durch das Post Consumer Rezyklat wird möglichst wenig neuer Kunststoff benötigt und die Folie kann nach Gebrauch erneut rezykliert werden. Auch bei den Big Bags wurde ein ähnliches System implementiert. Der Big Bag besteht zum Teil aus Recyclingmaterial. RICOTER bietet ab einer bestimmten Menge die Rücknahme der gebrauchten Big Bags an, welche anschliessend durch einen Partner wieder verarbeitet werden können - der Kreislauf schliesst sich.

RICOTER Erdaufbereitung AG ist ein Schweizer Unternehmen, das sich auf die nachhaltige Herstellung von hochwertigen Blumenerden und Substraten spezialisiert hat. Seit über 40 Jahren setzt RICOTER auf Upcycling und verwendet Nebenprodukte der Land- und Forstwirtschaft als wertvolle Rohstoffe. Das Unternehmen verzichtet konsequent auf Torf und Kokos, um wertvolle Ökosysteme zu schützen, und produziert an den Standorten Aarberg (BE) und Frauenfeld (TG), um kurze Transportwege zu gewährleisten. Zudem engagiert sich RICOTER für erneuerbare Energien und setzt auf Recyclinglösungen für Verpackungen.

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